Interviews

Von der Bespannungsmess-App zur Service Plattform – die Zukunft von „stringster“.

Elmar Sperling, Gründer und CEO des Startups hinter der „stringster“ Bespannungs-App für Badminton und Tennis im Interview mit Eckhardt Schütt von BADLAB MAGAZINE.

BADLAB MAGAZINE: Kommen wir gleich zur Sache! Ihr werdet die Bespannungskontroll-App „stringster for badminton“ in Kürze aus dem Google PlayStore und dem Apple AppStore zurückziehen. Warum? Hat die Badminton Community die App nicht angenommen?

ELMAR SPERLING: Tatsächlich haben wir uns schweren Herzens entschlossen „stringster for badminton“ erst mal aus den Stores zu nehmen. Der Grund war allerdings nicht, dass es an Usern fehlte. Bereits einige Monate nach dem Launch hatten über 250.000 Badminton-Spieler und -Besaiter weltweit die App kostenlos auf ihre Smartphones runtergeladen. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass nach 5 Jahren dringende technische und inhaltliche Updates notwendig geworden sind, die mit hohen Kosten verbunden sind.

BADLAB MAGAZINE: Und die wollt Ihr nicht mehr investieren?

ELMAR SPERLING: Jeder, der eine Investition tätigt, erwarten natürlich irgendwann einen „Return on Investment“. Sonst wäre es ein Hobby und kein Investment. Im Bereich Tennis sind wir bereits einen Schritt weiter: „stringster for tennis“ wird gerade um eine Kundenverwaltungsfunktion für Besaiter und Pro Shops erweitert – und wird damit zu einem ernsthaften Business Tool, das Besaitern und Pro Shops künftig immer besser dabei unterstützen wird ihren Kunden den bestmöglichen Service rund um ihre Rackets zu bieten.

BADLAB MAGAZINE: Das klingt spannend. Aber warum macht Ihr das nicht auch mit der Badminton-App?

ELMAR SPERLING: Wir führen bereits seit einiger Zeit Gespräche hierüber mit unserem Badminton-Kooperationspartner YONEX, der uns schon am Anfang der stringster-Entwicklung intensiv mit Rat und Tat unterstützt hat. Erst durch die Zusammenarbeit mit dem YONEX STRINGING TEAM, das die Schläger der Profis auf den internationalen Turnieren besaitet, wurde es möglich einen Mess-Algorithmus zu entwickeln, der bis auf 100g genau misst. Allerdings ist bei Badmintonspielern das Bewusstsein für den Einfluss der Bespannung auf die Performance ihres Rackets weniger ausgeprägt, als bei Tennisspielern.

BADLAB MAGAZINE: Woran liegt das Deiner Meinung nach? In beiden Sportarten ist die Bespannung doch die Schnittstelle zwischen Schläger und Ball – mit entscheidendem Einfluss auf Ballgefühl, Kontrolle und Kraftübertragung.

ELMAR SPERLING: Das ist korrekt, und die BADLAB-Saitentests zeigen ja auch, wie unterschiedlich die Spieleigenschaften von Saiten sein können. Aber im Tennis kommt ein wesentlicher Faktor hinzu: der Spin. Während es im Badminton bei den meisten Schlagvarianten wichtig ist den Ball sauber und gerade zu treffen, gibt es im Tennis fast keinen Schlag, bei dem man nicht ein gewisses Maß an Topspin oder Slice (Unterschnitt) benötigt, um den Ball optimal zu kontrollieren. Daher hat sich im Tennis eine zusätzliche Saiten-Kategorie herausgebildet: die Monofilament-Saite.

BADLAB MAGAZINE: Interessant, aber was hat das mit der stringster-App zu tun?

ELMAR SPERLING: Der Unterschied liegt in der Geschwindigkeit der Elastizitätsabnahme der bei sportlichen Tennisspielern dominierenden Monofilament-Saiten gegenüber den im Badminton verwendeten Multifilament-Saiten. Die Monofilament-Saiten haben ihre ohnehin geringere Elastizität nach 6-8 Stunden intensiven Schlagens weitestgehend verloren – mit negativen Folgen fürdie Schlagkontrolle und das Tennisarm-Risiko. Optisch ist das für den Spieler allerdings nicht erkennbar. Eine Monofilament-Saite sieht in der Regel noch sehr lange gut und glatt aus. Um den richtigen Zeitpunkt für eine Neubesaitung zu erkennen, braucht man hier also wirklich ein Hilfsmittel.

BADLAB MAGAZINE: Wie viele verschiedene Saitenmodelle, -durchmesser und -farben habt Ihr eigentlich für „stringster for tennis“ analysiert, um ihre Klangfrequenz interpretieren zu können?

ELMAR SPERLING: Durch die große Vielfalt an Saiten-Typen/Technologien und -Materialien liegen wir bereits heute bei über 600 verschiedenen Tennis-Saiten – und das, obwohl uns z.B. noch einige größere asiatische Saitenmarken fehlen. Wir hoffen hier zügig Saiten-Muster zur Analyse zu bekommen, denn wir möchten natürlich, dass stringster offen ist für alle Spieler, unabhängig davon, welche Schläger- oder Saiten-Marke sie bevorzugen.

BADLAB MAGAZINE: Interessant, der Fokus von „stringster for tennis“ liegt nicht auf Wilson und Luxilon?

ELMAR SPERLING: Als Marktführer im Bereich Tennis-Rackets hat Wilson „stringster for tennis“ sehr früh wahrgenommen und unterstützt. Aber genau wie bei unserer Kooperation mit dem Badminton-Marktführer YONEX war das Ziel nie Exklusivität. Einem vorausschauenden Marktführer ist immer bewusst, dass er eine besondere Verantwortung für die Weiterentwicklung seiner Sportart insgesamt hat – und wenn der Marktführer die wahrnimmt, profitieren am Ende normalerweise alle Marktteilnehmer davon.

BADLAB MAGAZINE: Zum Schluss noch die wichtigste Frage: Wann werden wir „stringster 2.0 for badminton“ sehen?

ELMAR SPERLING: Genau kann ich das heute zwar noch nicht sagen, aber ich bin optimistisch, dass es im Laufe des Jahres 2024 so weit sein wird. Und dann wird der Funktionsumfang deutlich über dem einer einfachen Mess-App liegen. „stringster 2.0“ wird Spieler und Besaiter einander deutlich näherbringen.

 

22. März 2023

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Kommentar von Lucas |

Ich warte schon sehnlichst. Gibt es hier eventuell mal ein Update? ????

Antwort von BADLAB Team

Hallo Lucas, nach Rücksprache mit "stringster" liegt deren Priorität aktuell bei der Tennis-App. Sobald es news zur Badminton-App gibt, werden wir es umgehend veröffentlichen.

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